37. Bundes-Kaninchenschau 20./21. Dezember 2025 in Karlsruhe

Mit der 37. Bundes-Kaninchenschau richtete der LV Württemberg und Hohenzollern am 20./21. Dezember 2025 unter der Leitung von Ulrich Hartmann die größte Rassekaninchenschau Europas in den Messehallen in Karlsruhe aus.
Gemeldet waren knapp 19.000 Rassekaninchen, darunter 15.663 in der Allgemeinen Klasse, 1.700 Jugend, 889 Erhaltungszuchten, 23 Angora-Leistungszucht, 424 Herdbuch und 245 Neuzüchtungen. Daneben wurden 87 Exponate der HuK-Gruppen präsentiert.
Den 300 Preisrichtern/-innen wurden zahlreiche sehr gute Tiere vorgestellt und an den beiden Schautagen den Besuchern der Ausstellung präsentiert. Eine Veröffentlichung der Siegerlisten ist bereits auf der Sonderseite der BKS veröffentlicht worden (www.bundesschau2025.de). Wir gratulieren an dieser Stelle sehr herzlich allen erfolgreichen Ausstellern/-innen!
Eröffnung der Schau
Ausstellungsleiter Ulrich Hartmann begrüßte bei der offiziellen Eröffnungsfeier der größten Rassekaninchenschau Europas am Samstag den Schirmherrn der Schau, Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Peter Hauk, Holger Göderz (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, BLE), Gion P. Gross (Ehrenpräsident des EE-Europaverbandes), Hansjörg Opala (Präsident des EE-Europaverbandes), Jeannine Jehl (Generalsekretärin des EE-Europaverbandes und Präsidentin des französischen Verbandes FFC), Wolfgang Vogt (EE-Spartenleiter Kaninchen und DPV-Vorsitzender), Dana Caithamlova (stellvertretende EE-Spartenleiterin Kaninchen und Vertreterin des tschechischen Verbandes), Vertretungen verschiedener Organisationen der Kaninchenzucht aus dem Ausland wie Harald Neusser (Österreich) und Peter Iseli (Schweiz) sowie Ute Hudler (Präsidentin BDRG), ZDRK-Ehrenpräsidiumsmitglied Oskar Leicht, ZDRK-Präsident Bernd Graf, das ZDRK-Präsidium und die Vorsitzenden der Landesverbände.
Das Herz des ZDRK schlage an diesem vierten Adventswochenende hier in den repräsentativen Messehallen in Karlsruhe. Es sei für seinen LV Württemberg und Hohenzollern eine Ehre, diese 37. Bundes-Kaninchenschau ausrichten zu dürfen. Diese Schau sei eine Leistungsdemonstration der Rassekaninchenzucht in Deutschland, diene als Markenkern und Flaggschiff gleichermaßen und erweise sich als Essenz einer unverwechselbaren Identität der vielfältigen Organisationen innerhalb des ZDRK. Weiter sei sie eine Begegnungsstätte für die Freunde der Rassekaninchenzucht aus ganz Europa und er hoffe und wünsche, dass diese BKS einen entsprechenden Platz in der Reihe der BKS seit Jahrzehnten bekomme. Besonders stolz sei man darauf, dass sein Landesverband sich zu einer Ausstellungstradition verpflichtet fühle, die zurückreiche bis in das Jahr 1955. Vor exakt 70 Jahren habe die 2. BKS ihre Pforten auf dem Stuttgarter Killesberg geöffnet und bis zur 26. BKS im Jahre 2003 habe sein Landesverband zu insgesamt elf BKS einladen dürfen, von denen einige davon einen unverrückbaren herausgehobenen Platz in der Geschichte des ZDRK einnehmen würden wie beispielsweise die 18. BKS 1987 in Stuttgart mit über 37.000 Tieren und die unvergessene „Wiedervereinigungs-Bundesschau“ im Februar 1990.
Hartmann lobte Präsident Bernd Graf, der beim Aufbau der Gehege an zwei Tagen tatkräftig mitgeholfen habe und bedankte sich sehr herzlich dafür und stellte fest, dass so die ZDRK-Familie funktioniere. Er dankte für den Vertrauensvorschuss, den man insbesondere vom Dachverband ZDRK erfahren habe sowie für die Unterstützung des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaftlichen Raum und Verbraucherschutz sowie den großen Zuspruch auf so vielen Ebenen bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Schau und den Helfermeldungen aus ganz Deutschland und aus europäischen Verbänden. Weiter dankte er seiner LV-Vorstandschaft und seinem Ausstellungsteam sowie allen Helferinnen und Helfern, die hier ganz Enormes geleistet hätten.
Minister Peter Hauk freute sich, dass Besucher/-innen so zahlreich aus dem In- und Ausland nach Karlsruhe gekommen seien. Seine Grüße gelten den Verantwortlichen in den Verbänden, den Ausstellern/-innen sowie den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern/-innen, die durch ihren engagierten Einsatz die Durchführung dieser Schau erst ermöglicht hätten. Diese Schau sei ein wunderbarer Anlass, die faszinierende Welt der Rassekaninchenzucht zu präsentieren und die engagierte Zuchtarbeit, die dahinterstecke, zu würdigen. Seit vielen Jahren sei die Rassekaninchenzucht eine wertvolle Tradition, die Generationen verbinde und das Hobby zu einer echten Leidenschaft mache. Sie habe in Baden-Württemberg ein langes Erbe und eine große Bedeutung. Mit den zwei starken Landesverbänden Baden und Württemberg und Hohenzollern werde hier erfolgreich Rassekaninchenzucht betrieben. Er lobte die wertvolle ehrenamtliche Arbeit innerhalb der Organisation und speziell hier bei der Durchführung dieser Großveranstaltung. Das Wunderbare an Schauen dieser Größenordnung sei, dass sie Menschen über Grenzen hinweg verbinde und sprach damit auch die vielen Besucher aus dem Ausland an. Die Verbundenheit zum Hobby und zu den Tieren verbinde und baue Vorbehalte oder gar Vorurteile gegenüber anderen schnell ab oder lasse sie erst gar nicht aufkommen. Durch das Hobby und die Besuche der Ausstellungen seien viele Menschen Freunde geworden. Die Vereine und Verbände seien aber auch tragende Säulen für das gesellschaftliche und kulturelle Leben.
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Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Messe Karlsruhe und auch verantwortlich für die Positionierung der Stadt Karlsruhe als Messe- und Kongressstandort übermittelte die Grüße von Karlsruhes Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, der leider persönlich nicht anwesend ein konnte. Sie zeigte sich stark beeindruckt von der logistischen Meisterleistung, die hier schon Tage vor der Ausstellung vollbracht worden sei. Man sei sehr gern Gastgeber für derartige Veranstaltungen und würde sich freuen, in wenigen Jahren erneut eine große Bundesschau hier in diesen Hallen beheimaten zu dürfen. Egal, wer die nächste Bundesschau ausrichte, hier sei man richtig, denn an der Tierzucht interessierte Menschen wollen sich treffen und ihre Zuchten bestaunen und die Messe Karlsruhe biete hierfür eine Plattform für Mensch und Tier.
Holger Göderz (BLE) übermittelte die Grüße seiner Behörde und dankte dem ZDRK, den Landesverbänden und den Züchtern/-innen, dass die Erhebung der in Deutschland gehaltenen Rassen und Farbenschläge mit der Anzahl der Zucht- und Jungtiere seit vielen Jahren möglich sei. In der Datenbank Tiergenetische Ressourcen in Deutschland (TGRDEU) würden die Daten erfasst und einen hervorragenden Überblick über die vorhandenen Populationen der Rassekaninchen geben.
Präsident Hansjörg Opala überbrachte die Grüße des EE-Europaverbandes und lobte die Aktivitäten des ZDRK, die hinsichtlich des Europagedankens vorbildlich seien. Diese Bundes-Kaninchenschau sei weit mehr als ein nationales Treffen. Sie vereine Züchter/-innen sowie Besucher/-innen aus allen Teilen Europas. Damit werde Karlsruhe für einige Tage zu einem europäischen Zentrum der Rassekaninchenzucht, in dem fachlicher Austausch, internationale Freundschaften und gemeinsames züchterisches Streben in beeindruckender Weise zusammentreffe. Er überreichte Ausstellungsleiter Ulrich Hartmann die Große Ehrenmedaille des EE-Europaverbandes.
Auch die Vertreter/-innen des BDRG und der ausländischen Verbände überbrachten herzliche Grüße und Glückwünsche zur absolut gelungenen Bundes-Kaninchenschau. Sie stellten die sehr positive Zusammenarbeit ihrer Verbände mit dem ZDRK und die daraus entstandenen Freundschaften in den Vordergrund.
ZDRK-Präsident Bernd Graf dankte Ausstellungsleiter Ulrich Hartmann und seiner erfahrenen und hochmotivierten Mannschaft aus dem LV Württemberg und Hohenzollern für die vorbildliche Organisation und Durchführung dieser Schau. Er lobte die Zusammenarbeit mit Hartmann, denn es habe noch nie eine derart gute Abstimmung mit der Ausstellungsleitung einer Bundes-Kaninchenschau gegeben. Diese 37. BKS sei aus Verbandssicht lange Zeit sehr ungewiss gewesen. Wirtschaftliche Gründen hätten eine Ausrichtung dieser Veranstaltung bei einer seriösen Kalkulation unter den bis dahin gewohnten Ausstellungsgebühren unmöglich gemacht. Hinzugekommen seien große Unsicherheiten und Risiken, die durch die für 2024 geplante Änderung des Tierschutzgesetzes in der Entscheidungsphase Einfluss genommen hätten. So habe es ihn ganz besonders gefreut, dass mit der Bereitschaft des LV Württemberg und Hohenzollern ein Verband gefunden wurde, der diese große Aufgabe angenommen habe und Ausrichter der 37. BKS wurde. In gemeinsamen Kraftanstrengungen habe ein Weg gefunden werden können, um eine bestens bewährte Ausstellungshalle und einen durch den ZDRK abgesicherten Weg einer finanziellen Tragfähigkeit zu ermöglichen. Es gelte, sich in diesem Zusammenhang mehrfach zu bedanken. Einmal beim LV Baden, der bei den Gesprächen mit der Messe Karlsruhe behilflich gewesen sei und dies trotz der Tatsache, dass nur drei Wochen später eine große baden-württembergische Kleintierschau in Offenburg unter der Regie des badischen Verbandes stattfinde. Aufgrund der Nähe zu Karlsruhe hätten dann auch rheinland-pfälzische Mitglieder ihre intensive Unterstützung zugesagt und sich wie viele andere Mitglieder aus dem gesamten ZDRK-Gebiet beim Auf- und Abbau der Gehege sowie der Versorgung der Tiere ehrenamtlich eingebracht. Der größte Dank gelte jedoch dem LV Württemberg und Hohenzollern mit seinem Präsidenten Ulrich Hartmann und Team, deren Einsatz nicht hoch genug gewürdigt werden könne.
Weiter informierte Graf, dass heute die neue Webseite des ZDRK (www.zdrk.info) als Beta-Version an den Start gehe und dankte in diesem Zusammenhang Mike Hennings als Leiter der Projektgruppe Öffentlichkeitsarbeit für dessen Engagement in der Erstellung und Bearbeitung der neuen Homepage. Die alte Webseite (www.zdrk.de) werde noch für einige Monate parallel dazu weiterlaufen und dann abgeschaltet.
Im Rahmen der offiziellen Eröffnung wurde der Ehrenpräsident des EE-Europaverbandes, Gion P. Gross, von Präsident Bernd Graf zum Ehrenmitglied des ZDRK ernannt und bekam eine gerahmte Urkunde überreicht. Gross bedankte sich in der ihm eigenen humorvollen Art und stellte fest, dass Ehrungen Alterserscheinungen seien. Neben Kleintieren sei eines seiner Hobbys auch das Schnapsbrennen und er überreichte Präsident Graf eine Flasche selbstgebrannten Schnaps.
Minister Hauk betrat dann abschließend noch einmal die Bühne und erklärte die 37. BKS offiziell für eröffnet.
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Info-Stände, Fazit und Dank
Der ZDRK-Informationsstand und der Info-Stand der Jugendabteilung bildeten wie bereits bei der 28. Bundes-Rammlerschau im Januar in Magdeburg auch optisch wieder eine Einheit. Daneben schlossen sich diesmal die Info-Stände der ZDRK-Herdbuchabteilung einschließlich Erhaltungszuchten und des französischen Kaninchenzucht-Verbandes FFC in Kombination mit dem EE-Europaverband an. Zwischen den beiden Info-Ständen des ZDRK und der Jugendabteilung liefen abwechselnd auf einer Leinwand Fotoimpressionen aus dem Bereich der Rassekaninchenzucht mit den Höhepunkten des Zuchtjahres 2025 sowie den Veranstaltungen im Bereich der ZDRK-Jugendabteilung. Am Stand der Jugendabteilung konnte die Züchterjugend wieder ihre bisherigen Jugendausweise in Papierform in moderne digitale Ausweise eintauschen. Hierzu wurden an Ort und Stelle Fotos gemacht und mit einem speziellen Drucker die Ausweise hergestellt.
Daneben wurde an den beiden Ausstellungstagen an allen Info-Ständen diverses Werbematerial an die Besucher/innen der Schau verteilt und es wurden sehr rege Informationen ausgetauscht und Infos und Auskünfte speziell zu dieser Schau, bezüglich der Rassekaninchenzucht allgemein oder auch ganz allgemein die Organisation betreffend gegeben. Es schlossen sich dann oft interessante Diskussionen an.
Am Stand der Herdbuchabteilung konnte man an einem Herdbuch-Quiz teilnehmen. Wer sechs Fragen richtig beantworten konnte, bekam eine kleine Überraschung und nahm zusätzlich an der Verlosung des Hauptpreises teil.
An den beiden Ausstellungstagen am Samstag und Sonntag war festzustellen, dass die Aussteller/-innen und Besucher/innen überwiegend sehr zufrieden und entspannt waren. Es kam keinerlei Hektik auf und alles lief sehr diszipliniert und harmonisch ab. Fazit an dieser Stelle: Die großen Schauen sind weiterhin fester Bestandteil im Terminkalender des ZDRK und es war auch hier in Karlsruhe bei allen Beteiligten wieder die große Begeisterung für diese Veranstaltung festzustellen.
Herzlichen Dank an Ausstellungsleiter Ulrich Hartmann und dem gesamten Team des LV Württemberg und Hohenzollern für die hervorragende Organisation und Durchführung dieser 37. BKS sowie die große Gastfreundschaft. Vielen Dank auch allen Helfern/-innen, ohne die eine derartige Großveranstaltung nicht machbar wäre sowie allen Ausstellern/-innen für die Präsentation ihrer Tiere.
Text und Fotos:
Wolfgang Elias, ZDRK-Referent für Öffentlichkeitsarbeit































