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Vereinsheim durch Brand zerstört: Spendenaufruf für den S 362 Wilkau-Haßlau

  • 2. Aug.
  • 4 Min. Lesezeit

Eigentlich sollte an diesem Wochenende gefeiert werden. Der Rassekaninchenzuchtverein S 362 Wilkau-Haßlau e.V. hatte für den 1. August sein Sommerfest geplant. Vereinsmitglieder, Gartenfreunde und Gäste sollten im „Kaninchenpark“ an der Sandbergstraße zusammenkommen. Stattdessen stehen die Mitglieder nun vor den Resten ihres Vereinsheims.


In der Nacht zum 31. Juli 2026 wurde das Gebäude durch einen schweren Brand nahezu vollständig zerstört. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, stand es bereits in Vollbrand. Zahlreiche Einsatzkräfte mehrerer Feuerwehren aus Wilkau-Haßlau und der Umgebung waren mit der Brandbekämpfung eingesetzt. Im Verlauf des Feuers stürzte das Dach ein. Glücklicherweise wurde bei dem Brand niemand verletzt. Was zurückbleibt, ist dennoch ein großer Verlust. Das Gebäude ist nach derzeitiger Einschätzung ein Totalschaden. Lediglich ein kleiner Teil der Küche blieb zunächst von den Flammen verschont. Durch das Löschwasser ist aber auch dieser Bereich nicht mehr nutzbar.


Wie es weitergehen kann, ist wenige Tage nach dem Brand noch offen. Das Gebäude muss zunächst begutachtet werden, bevor über einen Wiederaufbau und die nächsten Schritte entschieden werden kann. Das Vereinsheim ist zwar versichert, doch bis alle Fragen geklärt sind, kann einige Zeit vergehen. Die Kriminalpolizei Zwickau und Brandursachenermittler haben die Untersuchungen aufgenommen. Die Ursache des Feuers steht derzeit noch nicht fest.



Seit mehr als 130 Jahren gehört der Verein zu Wilkau-Haßlau


Der Brand trifft einen Verein mit langer Geschichte. Der S 362 Wilkau-Haßlau wurde bereits 1893 gegründet. Im Jahr 2018 konnten die Zuchtfreundinnen und Zuchtfreunde auf 125 Jahre organisierte Rassekaninchenzucht zurückblicken. Der Verein gehört dem Kreisverband Zwickau-Ost und dem Landesverband Sächsischer Rassekaninchenzüchter e.V. an und ist damit Teil des Zentralverbandes Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter (ZDRK) e.V. Über viele Jahre war der sogenannte „Kaninchenpark“ an der Sandbergstraße ein Mittelpunkt des Vereinslebens. Hier wurde nicht nur gezüchtet und über Kaninchen gesprochen. Zweimal im Jahr fanden Kaninchenausstellungen statt, hinzu kamen Versammlungen, Feste und weitere Veranstaltungen. Doch die Bedeutung des Vereinsheims reicht weit über die Rassekaninchenzucht hinaus.


„Viele können es noch gar nicht in Worte fassen“, berichtet Nicole Westphal, 2. Vorsitzende des S 362 Wilkau-Haßlau. Die große Anteilnahme aus der Bevölkerung zeige, wie viele Menschen persönliche Erinnerungen mit dem Vereinsheim verbinden. Früher wurde das Gebäude als Gaststätte genutzt. Über viele Jahre wurde dort gefeiert, man traf sich und verbrachte gemeinsam Zeit. Für viele Menschen aus Wilkau-Haßlau gehören persönliche Erlebnisse und schöne Erinnerungen zu diesem Ort. Das erklärt auch, warum der Verlust nicht allein die Rassekaninchenzüchter trifft. Das Vereinsheim war ebenso Treffpunkt für Gartenfreunde und Menschen aus der Umgebung. Für viele gehörte es einfach zum gesellschaftlichen Leben vor Ort.


Von einem Tag auf den anderen steht das Vereinsleben still


Was der Verlust im Alltag bedeutet, zeigt sich bereits an ganz praktischen Dingen. Veranstaltungen und Vermietungen können nicht mehr stattfinden. Den Vereinsmitgliedern und Gartenfreunden stehen auf dem Gelände derzeit auch keine Toilettenmöglichkeiten mehr zur Verfügung. Besonders bitter war die zeitliche Nähe zum geplanten Sommerfest. Nur einen Tag nach dem Brand wollten Mitglieder, Gartenfreunde und Gäste dort gemeinsam feiern. Stattdessen musste das Fest abgesagt werden. Auch die beiden Kaninchenausstellungen, die regelmäßig im Vereinsheim durchgeführt wurden, zeigen, welche Bedeutung das Gebäude für die Zuchtfreunde hatte. Wo sonst Tiere präsentiert wurden, Züchter miteinander ins Gespräch kamen und Besucher die Rassekaninchenzucht erleben konnten, bleiben nach dem Feuer zunächst nur die erheblichen Schäden zurück.


Noch ist es zu früh, konkrete Pläne für einen Neubau zu machen. Das Gelände wurde nach dem Brand abgesperrt. Zunächst müssen die notwendigen Untersuchungen und Begutachtungen erfolgen. Erst danach wird sich zeigen, wie die nächsten Schritte aussehen können. Dass der Verein eine Zukunft braucht und das Vereinsleben weitergehen soll, steht jedoch außer Frage.


Große Anteilnahme und eine spontane Spendenaktion


Schon kurz nach dem Brand zeigte sich die Verbundenheit vieler Menschen mit dem Verein und seinem Vereinsheim. Nicole Westphal berichtet von einer großen Anteilnahme aus der Bevölkerung. Ein besonderes Beispiel dafür ist die Spendenaktion, die kurz nach dem Feuer ins Leben gerufen wurde. Sie geht nicht auf die Vereinsmitglieder selbst zurück, sondern auf Jürgen Bauer. Er gehört dem S 362 Wilkau-Haßlau nicht an, unterstützt den Verein aber bereits seit Jahren durch Spenden. Nach dem Brand wollte er erneut helfen und startete eine GoFundMe-Aktion für den Wiederaufbau des Vereinsheims.


Welche Kosten tatsächlich entstehen werden und welcher Teil davon durch die bestehende Versicherung abgedeckt werden kann, lässt sich derzeit noch nicht sagen. Nach ersten Einschätzungen ist das Gebäude wirtschaftlich nicht mehr zu retten und muss neu aufgebaut werden. Bevor darüber endgültig entschieden werden kann, müssen jedoch die Untersuchungen und Begutachtungen abgeschlossen sein. Klar ist schon jetzt: Soll im „Kaninchenpark“ wieder ein Ort entstehen, an dem Vereinsleben, Kaninchenausstellungen und gemeinsame Veranstaltungen möglich sind, liegt viel Arbeit vor den Zuchtfreundinnen und Zuchtfreunden.



Link zur Spendenaktion: https://gofund.me/f47fb5475 oder einfach auf das oben stehen Bild klicken.


Helfen wir unseren Zuchtfreunden in Wilkau-Haßlau

Vereinsheime sind für unsere Vereine mehr als Räume für Versammlungen oder Ausstellungen. Hier trifft man sich, plant gemeinsam die nächste Schau, tauscht sich über die Zucht aus, feiert Erfolge und verbringt Zeit miteinander. Beim S 362 Wilkau-Haßlau reicht diese Geschichte mehr als 130 Jahre zurück. Generationen von Züchterinnen und Züchtern haben den Verein geprägt. Das Vereinsheim und der Kaninchenpark wurden dabei zu einem Ort, der auch für viele Menschen außerhalb der Rassekaninchenzucht Bedeutung gewonnen hat. Genau ein solcher Mittelpunkt ist innerhalb einer Nacht verloren gegangen. Die Bilder des Brandes und der Zerstörung machen betroffen. Sie zeigen aber nur einen Teil dessen, was verloren gegangen ist. Nicht zu sehen sind darauf die Kaninchenausstellungen, Vereinsabende, Sommerfeste, Familienfeiern und vielen Begegnungen, die über Jahre und Jahrzehnte an diesem Ort stattgefunden haben.


Der Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter möchte deshalb den Spendenaufruf unterstützen und innerhalb unserer Gemeinschaft weitertragen. Unsere Vereine leben vom Engagement ihrer Mitglieder, aber auch vom Zusammenhalt untereinander. Vielleicht können wir unseren Zuchtfreundinnen und Zuchtfreunden in Wilkau-Haßlau gerade jetzt etwas davon zurückgeben.


Den Mitgliedern des S 362 Wilkau-Haßlau und allen Menschen, die sich mit dem Vereinsheim verbunden fühlen, wünschen wir viel Kraft für die kommende Zeit. Vor allem wünschen wir ihnen, dass im Kaninchenpark irgendwann wieder das stattfinden kann, was dort über viele Jahre selbstverständlich war: Kaninchenausstellungen, Vereinsabende, Feste und gemeinsames Vereinsleben.

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