Rasse des Jahres 2017: Sachsengold siegt mit deutlichem Vorsprung

Die Wähler haben entschieden und den Sieger der diesjährigen Aktion „Rassekaninchen des Jahres“ bestimmt: Mit deutlichem Vorsprung (21,4 Prozent der gültigen abgegebenen Stimmen) wurden die Sachsengold auf Platz 1 gewählt. Dahinter folgen die Holländer japanerfarbig-weiß (15,9 Prozent) und Platz 3 belegen die Mecklenburger Schecken blau-weiß (13,5 Prozent).

Nachfolgend einige Erläuterungen zum Ablauf der Wahl sowie ein Porträt der Siegerrasse.

Ablauf der Wahl

Die Wahl lief von Montag, 16. Januar, bis Sonntag, 12. Februar 2017. Gewählt werden konnte entweder per Post über die Fachpresse (Redaktion „Kaninchenzeitung“, Berlin), über die vom ZDRK eigens eingerichtete Internetseite (www.rassedesjahres.zdrk.de) oder per Stimmkarte bei der 26. Bundes-Rammlerschau am 11./12. Februar in den Messehallen in Erfurt (die Ausgabe der Stimmkarten erfolgte am Eingang und am ZDRK-Informationsstand und konnten dann bis Schauende dort bzw. am Stand des HK-Verlages abgegeben werden).

Nach Ende der Aktion wurden die abgegebenen Stimmen in der Redaktion der Fachzeitung „Kaninchen“, vom ZDRK-Webmaster Michael Lederer und vom ZDRK-Referenten für Öffentlichkeitsarbeit Wolfgang Elias jeweils ausgezählt und dann zusammengeführt.

Wahlurne am ZDRK-Stand auf der Bundes-Rammlerschau in Erfurt

Ergebnis der Wahl

Folgende Rassen und Farbenschläge standen zur Wahl: Deutsche Riesen schwarz, Hasenkaninchen rotbraun, Mecklenburger Schecken blau-weiß, Deutsche Kleinwidder gelb, Holländer japanerfarbig-weiß, Sachsengold, Farbenzwerge marderfarbig braun, Satin-Thüringer, Chin-Rexe und Jamora harlekinfarbig.

Die Beteiligung an der Wahl war gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. Insgesamt wurden 1.057 Stimmen abgegeben (405 bei der 26. Bundes-Rammlerschau, 9 per Briefwahl über die Redaktion in Berlin und 643 per Internet). Neun Stimmen waren ungültig, weil auf den Stimmkarten bei der Wahl in Erfurt leider jeweils keine Rasse angekreuzt wurde.

Die Sachsengold bekamen 225 Stimmen (76 bei der 26. BRS, 2 Briefwahl und 147 Internet), die Holländer japanerfarbig-weiß 167 Stimmen (54 bei der 26. BRS, 1 Briefwahl und 112 Internet) und die Mecklenburger Schecken blau-weiß 142 Stimmen (47 bei der 26. BRS und 95 Internet). Dahinter folgten Satin-Thüringer mit 105 Stimmen und Jamora harlekinfarbig mit 103 Stimmen. Abgeschlagen auf dem letzten Platz lagen die Deutsche Riesen schwarz mit 49 Stimmen (4,67 Prozent).

Öffentlichkeitsarbeit

Neben der Veröffentlichung des Ergebnisses in den beiden Fachzeitungen erfolgt gleichzeitig auch die Bekanntgabe auf der Internetseite „www.rassedesjahres.zdrk.de“ und auf den Seiten der beteiligten Internetplattformen. Daneben wird das Ergebnis der Wahl mit begleitenden Informationen als Maßnahme der Öffentlichkeitsarbeit an die Deutsche Presseagentur (dpa), die diese Meldung an die Redaktionen der einzelnen Tageszeitungen und diverse andere Medien wie Fernseh- und Rundfunksender streuen wird, sowie verschiedene Zeitschriften für Hobbytiere gegeben. Hierdurch soll intensiv Werbung auch außerhalb der Rassekaninchenzüchter gemacht werden. Auch im vergangenen Jahr wurde in zahlreichen Medien wieder über die Wahl berichtet und es wurde die Siegerrasse genannt und in Kurzform dargestellt. Zum Teil wurden ganz gezielt Züchter der Siegerrasse in den Lokalzeitungen vorgestellt und somit wurde eine hervorragende Werbung und Öffentlichkeitsarbeit für unser Hobby betrieben. Vielfach gab es auch Anfragen der Medien über die Rassekaninchenzucht ganz allgemein und die Vereine vor Ort konnten sich entsprechend präsentieren bzw. die Wahl als „Aufhänger“ für eine Berichterstattung in der Lokalpresse nutzen.

Der Termin für die Wahl wurde auch in diesem Jahr wieder bewusst so gelegt, dass die Veröffentlichung des Ergebnisses noch rechtzeitig vor Ostern erfolgen kann. Weil die Redaktionen der Lokalpresse erfahrungsgemäß in der Vorosterzeit Zeit dank der Symbolfigur des Osterfestes, dem Osterhasen, recht interessiert an Texten und Fotos rund um die Rassekaninchenzucht sind, können somit auch von den örtlichen Kaninchen- und Kleintierzuchtvereinen entsprechende Werbeaktionen in der Lokalpresse rund um Ostern erfolgen.

Dank für die Unterstützung der Wahl

Mein Dank gilt den Redaktionen der Fachzeitungen „Kaninchenzeitung“ und „kleintiernews– Faszination Rassekaninchenzucht“ auch jeweils mit ihren Internetseiten, den Interportalen „Rassekaninchenzucht-Forum“ (www.rkz-forum.de), „Fachforum Rassekaninchenzucht“ (www.frkz.de)  und „Kaninchenzucht“ (www.kaninchenzucht.de) sowie den zahlreichen LV, KV, Clubs und Vereinen, die ein entsprechendes Banner auf ihre Homepage setzten, das auf diese Aktion hinwies, für ihre Unterstützung. Vom RKZ-Team stammte das Aktions-Banner, das auf der Internet-Sonderseite und auch in den Internetportalen veröffentlicht wurde. Weiterhin wurden vom RKZ- Team Entwürfe für die Kurzbeschreibungen der zur Wahl stehenden zehn Rassen und der Rassebericht der Siegerrasse gefertigt. Ich bedanke mich sehr herzlich für diese hervorragende Unterstützung und Mitarbeit!

Portrait Sachsengold

Die Anerkennung dieser noch recht jungen Rasse erfolgte im März 1961. Doch schon Jahre vorher beschäftigte sich der Züchter Richard Bennack aus Röhrsdorf bei Meißen mit der Herauszüchtung einer neuen kleinen Rasse.

Jede bisher herausgezüchtete Kaninchenrasse mußte in mühevoller Zuchtarbeit über Jahre hinweg ständig verbessert werden, bevor ihre Anerkennung erfolgen konnte. Dieser Weg war aber bei den Sachsengold-Kaninchen besonders lang und schwierig. Gerade hier liegt der große Verdienst des Herauszüchters begründet.  In Unkenntnis der Vererbungslehre wurde bei der Herauszüchtung ziemlich planlos eingekreuzt. Es ist deshalb fast verwunderlich, wenn heute ein so schönes Tier vor uns steht. Dem Sohn des Herhauszüchters, Günter Bennack, und anderen Zuchtfreunden ist es zu danken, daß wir heute trotzdem recht konkrete Angaben über den Entstehungsweg machen können.

Bei dem Sachsengold handelt es sich um eine reine Kombinationszüchtung.  Richard Bennack begann bereits 1925 mit Kreuzungsversuchen. Doch der 2. Weltkrieg machte seine züchterischen Ergebnisse zunichte. Der Urahne der Rasse soll ein strohgelber, rasseloser Rammler gewesen sein. Richard Bennack sah ihn bei einem Bekannten und war sofort begeistert. Hieraus entstand auch das Zuchtziel, ein rotgelbes Kaninchen mit gelber Bauchfarbe zu züchten, das in Größe und Typ dem Kleinchinchilla-Kaninchen nahe kommt. Seine neue Rasse sollte den Namen ?Goldhasen" erhalten.

Zuerst paarte er den strohgelben Kreuzungsrammler an eine rötlich-gelbe Häsin der Rasse Japaner-Kaninchen, die nur in geringem Maße die dunkle Japanerzeichnung aufwies. Später wurden Gelbsilber eingekreuzt. Das Ergebnis waren über Jahre hinweg gesilberte Tiere. Die Gelbsilber waren es aber auch, die den erblichen Weißfaktor in die Rasse hineinbrachten. Durch die Einkreuzung von Havanna-Kaninchen bekamen die Sachsengold ihre intensive braune Augenfarbe. Auch die Farbe der Krallen wurde dadurch intensiver. Die Einkreuzung von Kleinchinchilla-Kaninchen brachte in der Nachzucht die gewünschte Größe, Form und eine dichte Unterwolle. Diese Rasse brachte aber bei den Nachzuchttieren auch eine weiße Bauchfarbe. Erst die Einpaarung von Schwarzloh-Kaninchen führte zum züchterischen Erfolg. Von ihnen erbten die Sachsengold den dunkelgelben Bauch und bekamen eine satte rotgelbe Deckfarbe. Damit war ein guter Anfang gemacht. Später sollten noch Hasen-Kaninchen eingekreuzt worden sein. Rote Neuseeländer spielten bei der Herauszüchtung keine Rolle. Somit war eine kleine und farblich ansprechende Rasse geschaffen worden. Das Rotgelb der Deckfarbe war dann auch der Anlass für den recht klangvollen Namen Sachsengold". Es versteht sich von selbst, daß sich schnell ein kleiner Kreis begeisterter Züchter der Neuzüchtung annahm. Ihnen ist es zu verdanken, daß die Sachsengold nicht nur als Rasse erhalten blieben sondern auch ständig weiter verbessert worden sind. Das war besonders in den Anfangsjahren nicht leicht. Durch das vielfältige Ausgangsmaterial traten außer den gewünschten Merkmalen immer wieder fehlerhafte Tiere auf. So gab es Tiere bei denen die Farben Weiß, Gelb, Grau und Schwarz auftraten. Die intensive Zuchtarbeit war die Garantie, daß sich das Bild der Rasse immer mehr dem Ideal näherte.

Mit großer Geduld und Ausdauer hat Richard Bennack viele Jahre lang Kreuzungen und Rückpaarungen durchgeführt. Dabei erzielte er so manchen Erfolg, mußte aber auch viele Rückschläge hinnehmen. Im Jahre 1953 stellte er seine Neuzüchtung erstmals der Züchterschaft in Dresden vor. Eine Kollektion von 10 Tieren fand 1959 in Dresden die allgemeine Bewunderung der Züchter. Für diese Tiere erhielt er fünfmal sehr gut, zweimal gut und dreimal befriedigend. Im darauf folgenden Jahr wurden bereits 8 Sammlungen und 5 Einzeltiere mit dem angestrebten Rotgelb ausgestellt. Auch das verdeutlicht die inzwischen gewachsene Schar der Sachsengoldzüchter. Bis zur Anerkennung der Rasse im Jahre 1961 war es nun nicht mehr weit.

Leider erlebte Richard Bennack die Krönung seiner jahrelangen züchterischen Tätigkeit, die Anerkennung und Aufnahme der Rasse in den Standard, nicht mehr.

Sachsengold

Das Sachsengoldkaninchen ist eine kleine Kaninchenrasse mit einem Normalgewicht von über 2,75 kg bis zu einem Höchstgewicht von 3,25 kg und mit einem Mindestgewicht von 2,25 kg.  Der Körper ist kurz und gedrungen und zeichnet sich durch eine ebenmäßige, nach hinten gut abgerundete Rückenlinie aus. Karpfen- und Senkrücken sind wie bei allen Rassen Skelettmängel und damit schwere Fehler. Junge Häsinnen sollten wammenfrei sein, ältere Damen der Rasse dürfen einen Wammenansatz aufweisen. Bei Rammlern ist schon der Ansatz einer Wamme ein Ausschlussfehler.

Das Fellhaar ist mittellang, sehr dicht und dabei gleichmäßig begrannt. Die besonderen Rassemerkmale werden in den Positionen 4 bis 6 ermittelt.

 

Pos. 4 - Kopf und Ohren

Die Ohren sind fest in der Struktur. Das heißt sie sind im Gewebe stabil, kräftig und kurz. Wem diese Aussage kurz zu gering ist, sollte sich auf eine Länge der Ohren von ~ 10 cm einstellen. Das Ohr muss dennoch zur Körpergröße passen. Wir sprechen in dem Fall der Harmonie von ausgeglichenen Proportionen. Zu kleinen, kompakten Tiere passt auch, dass der markante Kopf dem Körper direkt angesetzt erscheint..

 

Pos. 5 - Deckfarbe und Gleichmäßigkeit

Sachsengold zeigen eine intensive rotgelbe Deckfarbe. Sie soll idealer Weise den gesamten Körper gleichmäßig erfassen, also auch Bauch, Läufe, Brust und die Blumenoberseite. Nicht selten ist jedoch die Bauchdeckfarbe etwas heller und das darf sie auch nach dem Standard sein. Eine völlig weiße Bauchdeckfarbe gilt als schwerer Fehler. Die Blumenunterseite ist gelbrot, aber darf cremefarben sein.. Fleckige, durchsetzte Farbe oder helle Brust und/oder Läufe besagen, dass die geforderte Gleichmäßigkeit nicht gegeben ist. Weiße oder schwarze Haare haben im Haarkleid der kleinen, roten Schönheit nichts zu suchen und stören ebenfalls die Gleichmäßigkeit. Der Grad solcher Durchsetzungen entscheidet schnell über ein NB. Braune Augen und schöne dunkle Krallen sind passend zum sonstigen Outfit der SaG. Auch muss der Züchter wie bei anderen gelben und roten Rassen acht geben, dass nicht Tiere mit dunklen Anflügen an Ohren, Brust oder Läufen zur Zucht verwendet werden.

 

Pos. 6 - Unterfarbe

Wie soll es anders sein, zum hübschen Kleid wird ein passendes Unterkleid getragen. Hier ist es die Unterfarbe, die der Deckfarbe möglichst ähnlich sein soll und bis zum Haarboden reicht.

 

Quelle: „Rasse des Monats – September 2004 – Sachsengold“  von Thomas Heini und dem RKZ-Team

Pressetext Rasse des Jahres 2017

Pressetext zur Rasse des Jahres 2017 als PDF-Datei

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